PIE und PIH – warum Akneflecken nicht gleich Akneflecken sind

PIE und PIH – warum Akneflecken nicht gleich Akneflecken sind

Viele Menschen berichten nach Akne nicht mehr über aktive Unreinheiten, sondern über rote oder dunkle Flecken, die einfach nicht verschwinden wollen. Genau hier entsteht oft Frustration – und ein zentraler Fehler:
Diese Flecken werden gleich behandelt, obwohl sie nicht dieselbe Ursache haben.

In der Dermatologie wird klar zwischen PIE und PIH unterschieden. Wer diese Unterschiede versteht, kann seine Haut gezielter pflegen und vermeidet unnötige Reizungen.


Rote Flecken nach Akne: Was ist PIE?

PIE (Post-Inflammatory Erythema) beschreibt rote, rosafarbene oder leicht violette Flecken, die nach entzündlicher Akne zurückbleiben.

Diese Flecken entstehen nicht durch Pigment, sondern durch erweiterte oder geschädigte Blutgefäße in der Haut. Besonders häufig tritt PIE bei helleren Hauttypen auf.

Wichtig zu wissen:
PIE ist kein Pigmentfleck. Aufhellende Produkte allein lösen das Problem daher nicht – im Gegenteil, sie können die Rötung sogar verstärken.


Dunkle Flecken nach Akne: Was ist PIH?

PIH (Post-Inflammatory Hyperpigmentation) zeigt sich als braune, graubraune oder gelbliche Verfärbung.

Hier reagiert die Haut auf Entzündung mit einer Überproduktion von Melanin. UV-Strahlung verstärkt diesen Prozess deutlich, weshalb PIH ohne Schutz oft monatelang sichtbar bleibt.

PIH tritt besonders häufig bei mittleren bis dunkleren Hauttypen auf, kann aber grundsätzlich jede Haut betreffen.


Warum die richtige Einordnung entscheidend ist

Ein sehr verbreiteter Irrtum lautet:
„Akneflecken sind immer Pigmentflecken.“

Das ist fachlich nicht korrekt.

  • PIE = Gefäßreaktion

  • PIH = Pigmentreaktion

Wer rote Flecken wie Pigmentflecken behandelt, riskiert eine längere Heilungsdauer. Umgekehrt braucht PIH gezielte Wirkstoffe, um sich sichtbar zurückzubilden.


Wie PIE sinnvoll gepflegt wird

Bei PIE steht Beruhigung im Vordergrund. Ziel ist es, Entzündungen zu reduzieren und die Hautbarriere zu stabilisieren.

Bewährt haben sich vor allem:

Genau hier setzt beruhigende, empfindliche Hautpflege an, wie sie häufig in der koreanischen Kosmetik zu finden ist. Milde Formulierungen und ein langsamer Wirkstoffeinsatz sind bei PIE entscheidend.

Aggressive Peelings oder häufige Reizexposition können die Rötung dagegen verlängern.


Wie PIH gezielt behandelt werden kann

Bei PIH liegt der Fokus auf der Regulation der Melaninbildung. Die Haut braucht hier Geduld, Konsistenz und Schutz.

Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind:

Seren mit klar definierten Wirkstoffkonzepten sind hier besonders sinnvoll, da sie gezielt auf Pigmentprozesse wirken können.


Sonnenschutz – der wichtigste Schritt bei PIE und PIH

Unabhängig davon, ob es sich um rote oder dunkle Flecken handelt:
Ohne täglichen Sonnenschutz verschlechtern sich beide Zustände nachweislich.

UV-Strahlung:

  • verstärkt Rötungen bei PIE

  • aktiviert die Melaninproduktion bei PIH

  • verlängert die Zeit bis zur sichtbaren Verbesserung

Ein konsequenter Sonnenschutz ist daher kein optionaler Zusatz, sondern ein fester Bestandteil jeder Routine.


Fazit

PIE und PIH sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, beruhen aber auf grundlegend unterschiedlichen Mechanismen.
Eine sichtbare Verbesserung entsteht nicht durch möglichst viele Produkte, sondern durch:

  • die richtige Einordnung der Flecken

  • eine ruhige, barriereschonende Pflege

  • konsequenten Sonnenschutz

Wer diese Grundlagen beachtet, gibt der Haut die besten Voraussetzungen, sich nachhaltig zu regenerieren.